Ernährung

Zucker: Die „legale Droge“

Ich bin auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen. Ich erinnere mich, als ich das erste Mal mit meinem Papa in die Stadt ging. Jedes Mal, als wir krank waren, ging er mit uns zum Arzt gebracht. Danach kaufte er immer einen Apfel für uns Kinder. Nur an Weihnachten bekamen wir einen Korb mit Süßigkeiten von unserer Großmutter, mit frisch gebackenen Spekulatius oder Weihnachtsschokolade. Meist haben wir uns über diesen Korb mit Süßigkeit mehr gefreut, als über die eigentlichen Geschenke am Heiligen Abend.

 

Schon damals hat mein Papa immer wieder gesagt, dass der Zucker nicht gesund ist. Stellen Sie sich vor, das war in den 70er Jahren. Heute kaufen wir Süßigkeiten und Schokoladen aus aller Welt und der Zucker ist überall präsent.

Vor allem die Fernsehwerbung beeinflusst unsere Vorlieben für bestimmte Speisen und Getränke – für kalorienreiche Süßigkeiten, Fastfood und Limonaden.

Zucker muss nicht als solcher deklariert werden, sondern versteckt sich unter gern hinter folgenden Begriffen: Inhaltsstoffe, welche mit den Endungen wie -ose enden (Glukose, Fruktose, Dextrose, etc.), Maltose Sirup oder Malzextrakt, Dextrin, Gerstenmalz, Süßmolkepulver, Magermilchpulver, Dicksaft, Fruchtextrakt oder Fruchtpüree.

Die Auflistung der einzelnen Zutaten erfolgt dabei absteigend, je nach Menge. Wenn also Zucker an erster Stelle aufgelistet ist, besteht das Nahrungsmittel fast komplett aus Zucker. Der Trick der Nahrungsindustrie ist dabei, den Zucker durch Maltose Sirup, Süßmolkepulver und ähnlichen Süßungsmittel zu ersetzten, somit rutscht der Zucker auf der Zutatenliste immer weiter nach hinten.

Um der Zuckerfalle zu entgehen solltest du beim Einkauf auf folgendes achten:

  • Am besten nur frisches Obst und Gemüse kaufen.
  • Brot und Brötchen sollten immer zu 100% aus Vollkornmehl gebacken sein  oder noch besser selbst backen.
  • Brot auch aus Pseudogetreide ist glutenfrei und gut verträglich.
  • Im Bioladen und Reformhaus findest du Produkte, die nicht wie im Supermarkt mit Zucker gesüßt wurden.
  • Jegliche Art von Fertignahrung komplett von Speiseplan verbannen!
  • Auf natürliche Zuckeralternativen umsteigen.
  • Verzichte auf Softdrinks. Peppen sie stattdessen Ihr Wasser selber mit Smoothies auf!
  • Wer selbst kocht, weiß auch was drin ist. Vermeiden Sie daher Fertigprodukte, in denen Zucker meist als Konservierungsstoff oder Geschmacksverstärker enthalten ist.
  • Kauf keine Cornflakes oder fertige Müslimischungen. Auch hier ist meist extrem viel Zucker zugesetzt.
  • Kauf Naturjoghurt oder mach dei Joghurt lieber gleich selbst und verwende frische Früchte zum Süßen.

„Freier Zucker“ – Was ist das?

Jener Zucker, der Lebensmitteln extra zugesetzt wird, nennt sich „freier  Zucker“. Dazu zählen Saccharose, Fructose und Glucose genauso wie Honig, (Ahorn-) Sirup oder Dicksäfte. Einerseits zuckern wir unsere Nahrungsmittel selbst, andererseits macht das bereits die Nahrungsmittelindustrie – achten Sie daher auf die Verpackungsangaben.