Selbst-Erkenntnis

Selbst-Erkenntnis

Weißt du, wer du wirklich bist?

Sich selbst kennen zu lernen ist vielleicht die schwierigste und doch die wichtigste Sache, die man tun kann. Es gibt einige Zeichen, die anzeigen, ob man sich selbst gut kennt oder nicht. Natürlich kann niemand ein komplettes Wissen über sich selbst erreichen, da der Prozess sehr subjektiv ist. Weil man gleichzeitig das Subjekt ist, das lernt, als auch das Objekt, über das man lernt, wird das Erreichen dieses Ziels sehr schwierig.

Wenn man sich selbst akzeptiert und sich selbst wertschätzt, ist das ein Zeichen, dass man sich selbst gut kennt. Gleichzeitig sind nur die Menschen, die sich selbst akzeptieren und wertschätzen in der Lage, ein zufriedenstellendes Leben zu führen. Aus diesem Grund ist das Wissen um sich selbst so wichtig, weil es zu einem großen Teil davon abhängt, wie man handelt und welche Ziele man sich verfolgt.

Erziehung und die Umwelt können diesen Prozess erschweren.

Jeder wird unvermeidlich von den Menschen um ihn herum geformt, und das vom Moment der Geburt an. Mit anderen Worten, sind es andere Menschen, die unser ganzes Leben hindurch uns die Bedeutung geben, wer wir sind und was wir tun.

Der Prozess der Selbsterkenntnis fängt damit an, dass man sich selbst von der Weise trennt, wie einen andere Menschen sehen. Wie weiß man also, dass man sich selbst nicht gut kennt? Ich möchte einige Zeichen dafür im Folgenden aufzeigen:

Du suchst deine eigene Wahrheit außerhalb von dir selbst.

Eines der Zeichen, das du dich selbst nicht gut kennst ist, wenn man Antworten, Gründe oder Motive in äußeren Faktoren sucht. Also schätzt du nicht genug, was in dir ist, und misst anstatt dessen nur den Dingen Werte zu, die außerhalb von dir liegen. Vielleicht hast du schon festgestellt, dass die Antworten auf deine Gefühle, deine Emotionen und deine Bestimmung nur in dir selbst gefunden werden können. Und wenn sie von jemandem anderen kommen, dann sind sie immer voreingenommen und wahrscheinlich auch falsch.

Nichts und niemand hat das Recht, dir zu sagen, was du zu tun hast, oder wie du fühlen solltest. Die Antwort auf all das liegt immer in dir selbst.

Du vergleichst dich selbst mit anderen.

Wenn man sich selbst mit anderen vergleicht, dann ist das der falsche Weg, um auf die Fragen zu antworten, wer man ist und zu was man fähig ist. Du kannst nicht etwas tun, nur weil eine bestimmte Person es tun kann, und umgekehrt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichst, dann tappst du in eine Falle.  Der Vergleich mit anderen führt nur zu Frustration und falscher Selbstliebe, besonders wenn er zur Neurose führt.

Du bedauerst, dass du „Ja“ oder „Nein“ gesagt hast.

Dies ist ein anderes typisches Zeichen, dass es an Selbsterkenntnis fehlt. Du zweifelst an allen Entscheidungen, die du triffst.

Es ist egal, ob die Entscheidung klein oder groß ist, du zweifelst immer daran. Und du endest oft damit, dass du die Option wählst, die du eigentlich nicht wählen wolltest.

Du sagst „Ja“ oder „Nein“, weil du dich durch die Umstände oder durch eine andere Person gezwungen fühlst.

Du sagst „Nein“ weil du Angst hast, zu rücksichtslos zu sein, und du sagst „Ja“, weil du dich der Mehrheit anschließen willst. Du hörst nicht auf dein Herz, deine Gedanken oder deine Erfahrung, bevor du dich auf ein „Ja“ oder „Nein“ festlegst. Am Ende bedauerst du dann deine Entscheidung.

Du wirst tief von Kritik und Spott getroffen.

Weil man nicht seine eigenen Kriterien entwickelt hat, um seinen eigenen Handlungen zu bewerten, misst man den Meinungen anderer Menschen zu viel Wert zu. Wenn ihre Meinung eine Zustimmung darstellt, fühlt man sich gut. Wenn ihre Meinung kritisch oder ablehnend ist, fällt die eigene Welt in sich zusammen. Wenn man sich von der Meinung anderer Menschen abhängig macht, dann ist das ein sicherer Weg, um sein Selbstbild zu verfälschen.

Natürlich möchten wir alle, dass andere Leute uns akzeptieren und eine hohe Meinung von uns haben. Aber dies kann nicht auf Kosten unserer Identität passieren.

Wenn du einen Fehler machst, möchtest du sterben

Wenn du dich selbst nicht gut kennst, dann neigt man dazu, sich selbst zu hart zu beurteilen. Sich zu kennen bedeutet, sich zu verstehen, und wenn du dich selbst verstehst, ist dein Urteil über dich selbst objektiver. Du schaust dann nicht nur auf die Ergebnisse, sondern auch auf die Prozesse, die Ursachen und die Konsequenzen.

Wenn man sich selbst versteht, dann führt das dazu, dass man sich selbst freundlicher bewertet. Wenn man einen Fehler macht, kann man sich selbst leichter vergeben, weil man versteht, dass es eine Erfahrung ist, aus der man lernen kann. Wenn man sich selbst nicht kennt, sieht man den Fehler als eine Bedrohung an. Man hat Angst, dass man sich selbst zerstören kann und vom Erdboden getilgt wird.

Du reagierst impulsiv auf einen Konflikt.

Menschen, die sich selbst gut kennen, werden nicht von einem Streit angezogen. Sie wissen, dass sie nur eine begrenzte Menge an emotionaler Energie haben, und dass sie es sich nicht leisten können, sich für unnötige Dinge zu verschwenden. Das Gegenteil tritt bei den Menschen ein, die sich selbst nicht kennen: sie suchen den Konflikt als eine Möglichkeit, sich selbst zu bestätigen. Aber sie suchen keine Konflikte, die zu groß sind.

Ein Zeichen einer guten Portion an Selbsterkenntnis ist die Selbstkontrolle. Wenn du dich selbst kennst, dann weißt du, wie du deine Gefühle handhaben musst und es wird selten vorkommen, dass du von plötzlichen Impulsen beherrscht wirst. Wenn du sie nicht hast, dann überreagierst du selbst in banalen Situationen, weil du dich durch alles bedroht fühlst.

Selbsterkenntnis ist ein Prozess, der ein Leben lang anhält. Er ist jede Mühe wert, die man hinein steckt, denn wenn man diese Anstrengung unternimmt, dann ermöglicht man sich selbst ein höheres Maß an Bewusstsein, Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit zu erlangen.

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